
Die Hochzeitszeitung ist ein Klassiker - und gleichzeitig auch eines der persönlichsten, aufwändigsten und arbeitsintensivsten Geschenke, das man dem Brautpaar machen kann. Dabei bleibt die Gestaltung und der Inhalt ganz dem Redaktionsteam überlassen - einige Ideen sind hier zusammengetragen. Aber ich möchte hiermit nur Anregungen geben, am schönsten wird die Zeitung, wenn Sie ganz persönliche Artikel, Bilder und Anekdoten zusammentragen.
Eines vorweg: Das Herausgeben einer Hochzeitszeitung ist ganz schön mühsam! Sie sollten also so früh wie möglich damit beginnen. Ideal ist es, wenn Sie das Brautpaar sehr gut kennen. Sollten Sie nur über die eine "Hälfte" Bescheid wissen, ist die Auswahl des Redaktionsteams umso wichtiger. Holen Sie sich auf jeden Fall Leute aus dem Verwandten- und Freundeskreis heran.
Sagen Sie ihnen rechtzeitig Bescheid und treten Sie ihnen vor allem immer wieder auf die Füße - sonst stehen sie am Ende ohne Inhalte da und müssen sich diese selber aus den Fingern saugen.
Motto für die Beiträge: Lieber witzig, treffend und ein klein wenig provokativ als lieb, harmlos und vielleicht etwas langweilig. Lieber auf das Paar zugeschnitten als Standardtexte, die sich überall wiederfinden. Wichtig ist es, die Grenze zwischen witzig und unpassend nicht zu überschreiten.
Tipp: Während der Hochzeit sollten Sie die Zeitung nicht zu früh verteilen! Sonst laufen Sie Gefahr, dass die Hochzeitsgäste den Rest des Tages lesenderweise verbringen - Tanzen und andere Unterhaltungen sind dann passée.
Entweder: zusammenkleben und kopieren oder direkt am Computer. Das hängt ganz einfach von Ihren Möglichkeiten ab. Beides kann witzig oder langweilig sein, schliesslich kommt es auf Ihre Ideen an. Da schon ein paar Rappen pro Kopie bei ein paar hundert Seiten insgesamt heftig zu Buche schlagen können, suchen Sie sich möglichst einen günstigen Copy-Shop.
Insgesamt sollte die Zeitung den bisherigen Lebensweg der beiden Eheleute und deren Hobbys auf unterhaltsame Weise zeigen. Und das möglichst persönlich und auf die beiden zugeschnitten.
Es ist schön, wenn sich ein roter Faden durch die Zeitung zieht. Dieser kann auf ganz unterschiedlichen Strukturierungsarten basieren wie z.B. einer chronologischen Gliederung oder einer zeitungstypischen.
Lehnt man sich an eine Tageszeitung an, so kann man eine Aufteilung in Aktuelles
Geschehen, Politik, Aus aller Welt, Lokales, Feuilleton, Wirtschaft, Sport,
Urlaub, usw. vornehmen. Unter dem Punkt Politik, könnten z.B. als Kommentar
verschiedene Stimmen über das Brautpaar zusammengetragen werden.
Der Punkt Lokales berichtet über die Kirche, die Räumlichkeiten der
Feier und vielleicht auch über aktuelle lokale Geschehnisse.
Das Feuilleton kann eine Buchkritik, einer Theaterkritik und/oder einer Filmkritik
über das Kennenlernen des Paares enthalten.
Und auch für das Wirtschaftsressort und den Sportteil finden sich in der
Regel witzige Berichte und Anspielungen über und auf das Brautpaar.
Ein Horoskop sollte natürlich auf keinen Fall fehlen. Im Internet können Sie da ganz schnell fündig werden.
Ganz wichtig: der Anzeigenteil. Hier können Sie alle möglichen kleinen Gegebenheiten und Macken nicht nur des Brautpaares sondern auch von Verwandten und Freunden unterbringen.
Reportagen und Interviews und vor allem viele Fotos aus allen Lebenslagen und -altern sind häufig am spannensten. Aber auch viel Arbeit.
Genaue Recherchen der Lebensläufe von Brautleuten, ihrer Kindheit, Jugend, Berufe, Hobbies, Abneigungen und Vorlieben sind vonnöten um Artikel zu schreiben, die beim Paar und den Gästen ins Schwarze treffen.
Folgende Rubriken können Sie benutzen:
•Leitartikel, Kommentare und Glossars, die das Brautpaar betreffen.
•Selbstgestaltete Karikaturen
•Horoskope für Braut und Bräutigam
•Psychotests
•Gewinnspiele
•Werbeanzeigen, die einen Bezug auf die Brautleute haben
Zwei Dinge sind bei einer Hochzeitszeitung tabu:
•Sexuelle Anzüglichkeiten
•Berichte, die das Hochzeitspaar oder die Gäste kränken könnten
Die Zeitung soll zum Schmunzeln einladen und nicht zum Ärgernis werden.
Die Auflage des Hochzeitsblattes entspricht der Anzahl der geladenen Gäste (Brautpaar nicht vergessen!), wenn bei der Feier sehr viele Gäste erwartet werden, reicht die Anzahl der Haushalte.
Wie gesagt, eine Hochzeitszeitung soll ganz persönlich für das Paar hergestellt werden.
Die äussere Form kann beispielsweise die einer Zeitung sein mit spaltenweisem Druck und Berichten im Nachrichtenstil mit Schlagzeilen. Oder Sie lassen sich von einer Zeitschrift inspirieren (möglichst natürlich der Lieblingszeitschrift einer der beiden!). Schauen Sie sich einfach um und lassen Sie sich inspirieren.
Journalisten und DTP-Veteranen wissen, dass möglichst wenig Schriftarten und ein übersichtliches Erscheinungsbild der Hochzeitszeitung schon die halbe Miete sind. Als gut lesbare Schrift bietet sich die Schriftart Times Roman an, aber auch eine serifenlose Schriftart wie Arial, beziehungsweise Helvetica sind einsetzbar.
Eine gute Hochzeitszeitung ist das Produkt echten Teamworks. Das Team besteht idealerweise aus:
Dem besten Freund, der besten Freundin.
Die beiden wissen am ehesten über die Brautleute bescheid, gehören
wahrscheinlich derselben Generation an und kommen am ehesten an die Fotos der
Kindheit, Jugend und der jüngeren Vergangenheit der Brautleute heran.
Einem journalistisch vorbelasteten Bekannten, der das Millieu des Paares und der Gäste kennt. Er kann je nach Bildungsstand und Herkunft der Hochzeitsgesellschaft im Stile der Boulevardblätter oder bürgerlichen Zeitungen texten.
Jemanden, der sich mit Desktop Publishing auskennt.
Eine handgemachte Zeitung, die mit Hilfe von Schreibmaschine, Schere und Tesafilm
entstanden ist, macht bei weitem nicht so viel her, wie eine computergenerierte
Zeitung mit eingescannten Farbfotos
Wenn Sie ein Paar finden, das ihre Hochzeit so organisiert, dann können sie sich ruhig zurücklehnen!
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