Gedichte
 
Info

Es ist Hochzeit - und Sie suchen ein Gedicht? Für viele Gelegenheiten braucht man einen schönen Spruch, ein Gedicht, das man in eine Rede einbauen oder auf eine Glückwunschkarte schreiben kann. Vielleicht ist bei den folgenden Gedichten ja auch etwas Passendes für Sie dabei?

 
Liebe und Frühling

Ich muss hinaus, ich muss zu dir,
Ich muss es selbst dir sagen:
Du bist mein Frühling, du nur mir
In diesen lichten Tagen.

Ich will die Rosen nicht mehr sehn,
Nicht mehr die grünen Matten,
Ich will nicht mehr zu Walde gehn
Nach Duft und Klang und Schatten.

Ich will nicht mehr der Lüfte Zug,
Nicht mehr der Wellen Rauschen,
Ich will nicht mehr der Vögel Flug
Und ihrem Liede lauschen.

Ich will hinaus, ich will zu dir,
Ich will es selbst dir sagen:
Du bist mein Frühling, du nur mir,
In diesen lichten Tagen.
August Heinrich Hoffmann von Fallersleben

Liebe ist stark wie der Tod,
und ihr Eifer ist fest wie die Hölle.
Ihre Glut ist feurig und eine Flamme des Herrn,
dass auch viele Wasser nicht mögen auslöschen
noch die Ströme sie ertränken.
Wenn einer alles Gut in seinem Haus
um die Liebe geben wollte,
so gälte es alles nichts.


Salomo

 
Blumengruss

Der Strauß, den ich gepflücket,
Grüße dich vieltausendmal!
Ich habe mich oft gebücket,
Ach, wohl eintausendmal,
Und ihn ans Herz gedrücket
Wie hunderttausendmal!

Johann Wolfgang von Goethe

 
Stanzen an Jessy

Es gibt ein Leben, dessen Faden
Ganz eng verflochten ist dem meinen.
Will das Schicksal ihnen schaden,
So trennt es beide oder keinen.

Es gibt den Leib, in den mein Blick
Sich mit Entzücken oft versenkt;
Bei Tag erfüllt er mich mit Glück,
Und nachts der Traum ihn wiederschenkt.

Es gibt die Stimme, deren Klang
Besänftigt meinen wilden Sinn.
Hör ich der Seraphim Gesang,
Mischt diese Stimme sich in ihn.

Es gibt das Antlitz, dessen Rot
Entflammt wird durch der Liebe Licht
Und das erbleicht, wenn Abschied droht,
Und dann noch mehr von Liebe spricht.

Es gibt die Lippe, die mich küsst,
Doch keinen andern je vorher.
Ich schwor, dass sie mein eigen ist,
Und küsse sie drum mehr und mehr.

Es gibt die Brust, die meiner Qual
So oft ein sanftes Kissen scheint,
Den Mund, der lächelt mir zumal,
Das Aug, das weint, wenn meines weint.

Es gibt zwei Herzen, deren Regung
Möchte immer nur in eins verfließen,
So dass im Einklang der Bewegung
Sie schlagen oder sterben müssen.

Es gibt zwei Seelen, welche immer
Vereint sind, wie ein Strom verrinnt;
Und trennte man sie... trennen? nimmer!
Es trennt sie nichts, denn eins sie sind.

Lord Byron

 
Deinetwegen

Ich hab auf dieser Erde
noch nie so gern gewohnt
wie grade jetzt in diesem Sommer
der sich bis zu Ende lohnt

Nicht weil die Kirschen heuer süss wärn
wie in den frühen Kinderjahren
nicht weil die Birnen reicher reifen
und die Säfte anders gärn
nein, weil ich glücklich bin mit dir
leb ich ziemlich gut mit mir

Ich hab noch nie mich selber
so beinah ganz erkannt
wann war ich je so voll von Tollheit
hatte so mich in der Hand
Nicht weil ich viele Sterne fallen seh
und hab bei jedem was gedacht
nicht weil der Tod uns ferner rückte
mit jeder lang verwachten Nacht
nein, weil ich reden kann mit dir
sprech ich nun anders auch mit mir

Ich hab in meinem Leben
nicht oft um Rat gefragt
ich stand mir selber oft im Wege
hab zu wenig laut gesagt
nun, weil ich glücklich bin mit dir
bin ich auch schwach genug für dich
mag ich mich selber, nehm mich ernster
und werd wie du und werde ich

Gisela Steineckert

 
Liebesgedicht

Du warst die Blume Makellos
und ich war wild und wach.
Als deine Iris überfloss,
da gabst du gebend nach.

Ich war die Blume Schmerzenlos
in deinem lichten Duft.
Wir schenkten uns aus Grenzenlos,
aus Erde, Leid und Gruft.

Da wuchs die Blume Morgenrot
an unserer Nächte Saum.
Wir litten eine süße Not
um einen süssen Traum.

Wolfgang Borchert

 
In ein Stammbuch

Dem nur blühet wahres Glück,
Den auf seinem Pfade Freundschaft leitet.
Was es seinen Lieblingen bereitet,
Gab dir alles das Geschick.
Eins nur ist zu geben mir geblieben
Und dies einzige biet ich dir an:
Eine Seele, die dich innig lieben
Und dir Freundschaft geben kann.

Franz Grillparzer

 
Geküsst

Wie er wolle geküsset sein
Wie er wolle geküsset sein

Nirgends hin als auf den Mund:
Da sinkts in des Herzen Grund;
Nicht zu frei, nicht zu gezwungen,
Nicht mit gar zu faulen Zungen.

Nicht zu wenig, nicht zu viel:
Beides wird sonst Kinderspiel.
Nicht zu laut und nicht zu leise:
Bei der Mass' ist rechte Weise.

Nicht zu nahe, nicht zu weit:
Dies macht Kummer, jenes Leid.
Nicht zu trocken, nicht zu feuchte,
Wie Adonis Venus reichte.

Nicht zu harte, nicht zu weich,
Bald zugleich, bald nicht zugleich.
Nicht zu langsam, nicht zu schnelle,
Nicht ohn' Unterschied der Stelle.

Halb gebissen, halb gehaucht,
Halb die Lippen eingetaucht,
Nicht ohn' Unterschied der Zeiten,
Mehr alleine denn bei Leuten.

Küsse nun ein jedermann,
Wie er weiß, will, soll und kann!
Ich nur und die Liebste wissen,
Wie wir uns recht sollen küssen.

Paul Fleming

 
Wahrheit

Wo keine Liebe,
ist auch keine Wahrheit.
Und nur der ist etwas, der etwas liebt.
Nicht sein und nichts lieben, ist identisch.

Ludwig Feuerbach

 
Downloads
 
Jubiläum

Wissen sie, wann ein ehepaar die Zinnerne Hochzeit feiert? Oder die Goldene?

 
Bilder